
Technologie als Mittel gegen den Personalmangel? In diesem Krankenhaus hat man offenbar bereits damit begonnen.
Im Maxima Medisch Centrum im brabantischen Veldhoven werden seit diesem Monat Roboter für die Reinigung von Patientenzimmern eingesetzt.
ursprüngliche Veröffentlichung: https://www.rtlnieuws.nl/economie/artikel/5366510/ser-aanpak-personeelstekort-ziekenhuis-eindhoven-robot
Technologie als Waffe gegen den Personalmangel? In diesem Krankenhaus hat man schon begonnen
Weniger Bürokratie und mehr Technologie. So kann laut dem SER, dem wichtigsten Beratungsgremium der Regierung, dem Personalmangel auf dem Arbeitsmarkt begegnet werden. Im Maxima Medisch Centrum im brabantischen Veldhoven setzen sie seit diesem Monat Roboter für die Reinigung in Patientenzimmern ein. Der Roboter schafft das in rund 10 Minuten, wofür eine Reinigungskraft eine Stunde braucht.
Er heißt Sam und hat mit etwas Fantasie zwei Augen und einen Mund. Damit endet der Vergleich mit einem Menschen aber auch schon. Sam ist ein Krankenhausroboter, der verwendet wird, um Patienten- und Operationsräume zu desinfizieren. Anders als ein Zimmer zu Hause muss ein solches Zimmer im Krankenhaus frei von Mikroorganismen wie Bakterien und Viren sein.
Dann bedeutet das, dass alle Gegenstände und jede Ecke mit Reinigungsmittel gereinigt und desinfiziert werden müssen. Die Reinigungskräfte des Krankenhauses brauchen dafür knapp eine Stunde. Sam schafft das in zehn bis zwölf Minuten, sagt Managerin Lisette van Bree vom Reinigungsunternehmen SenS!. Das spart jedes Mal mindestens eine Viertelstunde Arbeitszeit einer Mitarbeiterin oder eines Mitarbeiters, die anderweitig genutzt werden kann.

Pförtner
Sam tötet Viren und Bakterien mithilfe von UV-Strahlung. Das Gerät navigiert automatisch durch den Raum. Die Nutzerin oder der Nutzer steuert es per App, und Sam desinfiziert den Raum selbstständig. Personal ist dabei nicht anwesend. „Die Strahlung ist nämlich schädlich für Haut und Augen“, erklärt van Bree.
Sam wird nun auf einer der Pflegeabteilungen eingesetzt. „Wenn es ordnungsgemäß funktioniert, prüfen wir, ob es im gesamten Haus breiter eingesetzt werden kann.“ Möglicherweise wird noch ein zweiter Roboter für die Operationssäle angeschafft.
Von einem niederländischen Unternehmen entwickelt
Der Desinfektionsroboter wurde vom niederländischen Unternehmen Loop Robots entwickelt. Ursprünglich war es das Ziel, Krankenhäuser im Kampf gegen das Coronavirus zu unterstützen. „In zehn Krankenhäusern sind inzwischen ein oder zwei Roboter im Einsatz“, sagt Per Slycke, Geschäftsführer von Loop Robots.
Dem Personalmangel werde durch den Einsatz von Sam begegnet, sagt van Bree. Allerdings werden weiterhin Mitarbeitende benötigt, um Sam durch die Flure des Krankenhauses zu begleiten.
Van Bree: „Weil der Roboter die Reinigungsaufgabe viel schneller erledigt, können wir das Personal in der verbleibenden Zeit für komplexere Aufgaben einsetzen, etwa für die Reinigung eines Zimmers, in dem Patienten liegen. So gibt es auch mehr Patientenkontakt. Außerdem ist die Reinigung von Hand sehr anstrengend, daher ist das eine gute Lösung.“
Kameras
Sam ist mit Kameras ausgestattet, wodurch er Objekte im Raum erkennt. Das verhindert, dass er beispielsweise gegen ein Bett stößt.
„Es ist sehr schwierig, Krankenhauskeime abzutöten“, sagt Slycke. „Eine Reinigungskraft verwendet Mittel wie Chlor. Und manchmal ein System mit UV-Lampen, die dann immer wieder aufgestellt und versetzt werden müssen, während die Reinigungskraft den Raum verlässt, wenn sie eingeschaltet werden. Das kostet Zeit. Mit diesem Roboter wird die Arbeit einfacher und weniger belastend.“
SER-Empfehlung
Nicht nur Technologie ist ein wichtiges Instrument im Kampf gegen den Personalmangel. Laut dem SER sind 'drastische Maßnahmen' erforderlich. Arbeit muss attraktiver werden, etwa durch höhere Löhne. Auch die Bürokratie muss reduziert werden. Der SER empfiehlt außerdem, das noch ungenutzte Potenzial konsequent auszuschöpfen. Dazu gehören Arbeitssuchende, Teilzeitkräfte, die mehr arbeiten möchten, Rentnerinnen und Rentner, die sich weiterhin nützlich machen wollen, Neuankömmlinge und anerkannte Schutzberechtigte. Zudem müsse geprüft werden, ob Personal aus anderen Ländern angeworben werden sollte. Die Empfehlung des SER erfolgt auf Antrag von sechs Ministerien, die Politik für Sektoren entwickeln, in denen akuter Personalmangel herrscht. Dazu gehören das Gesundheitswesen, das Bildungswesen, die Kinderbetreuung, Sicherheit, die Justiz, die öffentliche Verwaltung und Durchführungsorganisationen. Viele ältere Beschäftigte werden zwischen 2025 und 2030 in den Ruhestand gehen.
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